Wie sich das Zeitempfinden als Familie ändert

Mein Beitrag zur Blogparade: Zeitreise von kuchenerbse

Zweisamkeit als Paar; Zeit mit Baby, Kind, Kleinkind, Blogparade, Eltern werden #elternwerdenduliebezeit
Quelle: pixabay.com katyaandgeorge

In letzter Zeit mache ich mir oft Gedanken über die Zeit und wie sich alles in den letzten 1 1/2 Jahren verändert hat. Und noch verändern wird...

Denn es ist nicht so, dass nun, mit Kind, auf einmal weniger Zeit da ist.

Vielmehr verändert sich die Wahrnehmung der Zeit seit wir ein Kind haben ständig.

 

Gerade richtig kommt deshalb der Aufruf von kuchenerbes Blog zur Blogparade zum Thema Eltern werden - Du liebe Zeit!

 

Bevor wir Eltern geworden sind hatten wir keine Zeit. Wir haben viel gearbeitet und das auch noch häufig in Gegenschichten. Trotzdem konnten wir mal gemeinsam im Bett lümmeln, abends zusammen einen Film schauen und dabei eindösen, in Ruhe frühstücken gehen, uns mit Freunden treffen,.......

Dann kam unser Baby.

Da ich in Elternzeit war, hatte ich eigentlich Zeit. Und ich genoss es auch. Trotzdem war (und ist) mir Pünktllichkeit unheimlich wichtig.

Und trotz kleinem Baby war das auch nie ein Problem. Denn ankommen hat was mit losfahren zu tun. Das ist mein Leitspruch!

Das ging auch lange gut so.

Schließlich konnte ich mein Kind im Bedarfsfall einfach ins Auto / Trage / Kinderwagen packen und lostouren.

Vorbereitet war ich meistens schon vorher, da meine Wickeltasche immer fertig gepackt und etwas zum Essen für Unterwegs immer fertig vorbereitet im Kühlschrank war. Im Notfall gabs Banane :-)

 

Dann ging meine Elternzeit zu Ende und ich begann wieder zu arbeiten.

 

Und seitdem nimmt das Chaos seinen Lauf.

 

Zudem lernte unser Sohn dann auch noch laufen.

Und laufen mit so kurzen Beinen geht nunmal nicht sonderlich schnell vonstatten.

Besonders nicht wenn da auch noch ein Baum ist, ein Vogel, ein WauWau, eine Pfütze, ein Fussel, Steine, Dreck, Luft, Sauerstoff,............

 

Will sagen: Kinder haben Zeit, und das immer AUßER: Sie wollen selbst dringend irgendwo hin, auch wenn Mama nicht versteht wohin oder wieso...

 

Jetzt habe ich ja grundsätzlich die Einstellung: Kinder leben im Moment und lernen dadurch.

Also alles gut. Nachmittags, wenn man keine Termine hat, wenn die Schwiegermutter nicht zu Besuch kommt, wenn man satt ist, und wach, wenn es trocken ist, und nicht so kalt, und überhaupt...

 

Aber blöderweise gibt es halt auch diese Zeiten: Wenn man zur Arbeit muss, wenn man zum Arzt muss, wenn die Öffnungszeiten von Behörden nicht mit dem Timing eines Kleinkindes übereinstimmen....

Und dann? Dann tut es mir unendlich leid, dass ich nicht die Zeit habe meinen kleinen Jungen einen Schneehaufen bestaunen zu lassen, der gestern noch ein Schneemann mit rosa Haaren war. Dass ich nicht die Geduld habe mit 10 Minuten lang anzuhören, dass der "Sneemann keine Haare mehr" hat.

Stattdessen nehme ich ihn hoch und trage ihn unter Protest weg mit dem Kommentar: "Den Schneemann können wir heute nachmittag in Ruhe anschauen".

 

Mich nervt das und mir tut das leid.

Aber was soll ich machen?

Einfach früher loslaufen?

Schon probiert. Aber dann hat Zwergnase nicht genug Zeit noch zu Hause zu spielen, oder will partout keine Schuhe anziehen, will erst noch eine halbe Stunde lang die Straße kehren, oder oder oder

ODER er will getragen werden und ich bin in 5 Minuten am Ziel, 30 Minuten zu früh...

 

Oder soll ich mir einen anderen Job suchen?

Irgendwas mit HomeOffice, freier Zeiteinteilung bei tollem Lohn?

Wer wünscht sich das nicht? Aber leider liegen die Jobs nicht auf der Straße und ich habe dafür wahrscheinlich das Falsche gelernt ;-)

 

Was ich sagen will:

 

Irgendwie passt es nie. Man versucht gute Eltern zu sein und trotzdem muss man irgendwie auch mit dem Druck von Außen leben. Meiner Meinung nach kann ich nicht mehr tun, als diesen Druck so wenig wie möglich an mein Kind weiterzugeben und sobald es geht zu entschleunigen.

Aber leider klappt das bei mir nicht immer.

 

Und was ist mit der Zeit zu Zweit oder gar Allein?

 

Leider bleibt die bei uns in letzter Zeit sehr auf der Strecke.

Wir arbeiten immernoch viel Gegenschicht. Wer zuletzt zur Arbeit muss bringt den Zwerg weg, wer zuerst zu Hause ist holt ihn ab.

Wir haben hier keine Familie oder gar die in Elternkreisen viel gepriesene Community.

Wir sind bisher einfach noch nicht so richtig angekommen und wissen auch nicht wann das mal besser wird.

Wenn unser kleiner Mann dann abends im Bett ist (und man selbst es auch nochmal schafft aufzustehen) wird erstmal aufgeräumt. Und wenn man Glück hat ist man dann noch wach genug um ein, zwei Stunden in Zweisamkeit zu verbringen.

 

Nun haben wir mal eine Woche zusammen Urlaub.

Wir haben uns sehr darauf gefreut. In Ruhe zu Zweit frühstücken, ein bisschen Behördenkram erledigen, Frisör, ein Vormittag im Bett verlümmeln und dann ein langes Wochenende zu Dritt bei den Großeltern.

Und nun? Zwergi krank, keine Zweisamkeit. Und andererseits bin ich froh, dass er krank ist wenn wir Urlaub haben und wir so keine der wertvollen Krankentage dafür nutzen müssten.

Allerdings merke ich auch, wie schön es ist mit dem Kleinen einen Spaziergang zum Mittagsschlaf zu machen, sich einen Kaffee und einen Muffin zu holen und die Zeit einfach zu genießen. Da vermisst man die Elterzeit schon sehr 😊

 

Aber so ist das Leben. Keine Planung mehr mit Kleinkind, kein ankommen hat was mit losfahren zu tun und und und...

 

Mal sehen was die Tage bringen ;-)

 

Wie ist das bei euch? Habt ihr Tipps was man besser machen kann? Oder kämpft ihr mit den gleichen Problemen?

 


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